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Das Objektiv Sigma 150-500mm 5,0-6,3 DG APO OS HSM im Test

Vor gut zwei Wochen habe ich erstmals ein Objektiv von Sigma in der Hand gehalten. Es handelte sich dabei um das Sigma 150-500mm 5,0-6,3 DG APO OS HSM Objektiv für Canon. Wie zufrieden, oder leider NICHT zufrieden ich mit meiner Version des Objektives war, werde ich in Form eines kurzen Testberichtes bzw. Reviews in diesem Beitrag erläutern. Beginnen werde ich jedoch mit zwei Bildern die ich mit dem  Sigma 150-500mm gemacht habe. Diese beiden Bilder sind eine der wenigen, die von der Qualität und Bildschärfe “OK” geworden sind, so dass ich sie auch hier als “FOTOS” präsentieren kann. Einige weitere Landschaftsbilder sind in meiner Landschafts-Galerie zu betrachten.


IMG_7636_PS_(c)_Bernhard_Plank.jpg HDRI_IMG_7679_7_8_PS_16_9_(c)_Bernhard_Plank.jpg

Das eigentliche Review bzw. den kurzen Testbericht zum Sigma 150-500mm 5,0-6,3 DG APO OS HSM das ich mit Stativ und meiner Canon EOS 450D getestet habe, gibt es hier zu lesen:

Der erste Eindruck über das Sigma 150-500mm 5,0-6,3 DG APO OS HSM überzeugte vorallem in den Punkten Verarbeitung und Lieferumfang (Objektiv-Zubehör). Bei diesem Sigma-Objektiv ist standartmäßig ein Objektivköcher, eine Gegenlichtblende (Sonnenblende), ein Tragegurt und eine Stativschelle im Lieferumfang enthalten. Neben diesen erwähnten Punkten wird man als zweites unausweichlich auf das Gewicht des Objektives von ca. 1,9kg aufmerksam gemacht.

L1090763_PS.jpg L1090761_PS.jpg L1090755_PS.jpg

Um das Objektiv zu Testen, begab ich mich an einem Nachmittag mit meiner Canon EOS 450D und einem Stativ auf dem Weg Richtung Scharten und versuchte verschiedenste Landschaftsformen aufzunehmen. Der Wind ging zeitweise relativ stark und beim Blick durch den Sucher konnte bei einer Brennweite von 500mm deutliche Schwingungen erkannt werden, die vorallem durch den ausfahrbaren Teil des Objektives und entsprechendem Wind entstanden. Durch einschalten des Bildstabilistator (Optical Stabilizer (OS) von Sigma) wurde das Bild im Sucher deutlich verwacklungsfreier, auch wenn die Vorschaubilder am Display meiner Kamera nicht sonderlich verheißungsvoll aussahen.
Am Abend konnte ich bei windstillem Wetter weitere Landschaftsaufnahmen aus dem Raum Krenglbach machen, doch auch hier war ich nicht sehr begeistert von den meisten Vorschaubildern auf der Kamera. Nach dem Betrachten sämtlicher Bilder am PC war das Ergebniss sehr ernüchterd, da kaum Bilder zustande kamen, die eine entsprechende Schärfe aufwiesen:

IMG_7283.JPG IMG_7367.JPG IMG_7415.JPG

Leider konnte ich im nachhinein nicht mehr sicher sagen, ob die Bilder mit eingeschaltetem Bildstabilisator gemacht worden sind oder nicht, da ich diesen sehr oft ein- und ausgeschaltet habe. Ausserdem habe ich kaum Erfahrung mit entsprechend großen Brennweiten, wodurch vielleicht auch “Dunst” in der Luft die Bilder unschärfer erscheinen lässt. Aus diesem Grund habe ich mir einen Auflösungstest für Objektive im Internet gesucht und versucht, anhand diesem die Schärfe sämtlicher meiner Objektive, inklusive dem Sigma 150-500mm 5,0-6,3 DG APO OS HSM zu testen: ISO 12233 Resolution measurement Test Chart by Stephen H. Westin

Für den folgenden Test habe ich immer, je nach Brennweite, den Abstand des Testbildes so variiert, dass es vollständig abgebildet wird. Weiters habe ich pro Brennweiter die Blende zwischen ganz offenf/11 und ganz geschlossenvariiert.

IMG_7850.JPG IMG_7801_zoombereiche.jpg

In weitere Folge zeige ich nur noch 100% Ausschnitte bzw. Crops (rot im obigen Bild eingezeichnet) aus den jeweiligen Testbildern, um die Bildqualität/ Bildschärfe sinnvoll vergleichen zu können:

150 mm Brennweite:

_0039_IMG_7809.JPG.jpg _0040_IMG_7810.JPG.jpg _0041_IMG_7811.JPG.jpg

250 mm Brennweite:

_0048_IMG_7818.JPG.jpg _0049_IMG_7819.JPG.jpg _0050_IMG_7820.JPG.jpg

500 mm Brennweite:

_0057_IMG_7827.JPG.jpg _0058_IMG_7828.JPG.jpg _0059_IMG_7829.JPG.jpg

Um eine Referenzbeurteilung zu haben, zeige ich im folgenden noch Testbilder des Canon EF-S 55-250mm 1:4-5.6 IS Objektives mit vergleichbaren Brennweiten, welches im Vergleich zum SIGMA mit einem Preis von  ~250€ richtig günstig war.

150 mm Brennweite:

_0036_IMG_7806.JPG.jpg _0037_IMG_7807.JPG.jpg _0038_IMG_7808.JPG.jpg

250 mm Brennweite:

_0027_IMG_7797.JPG.jpg _0028_IMG_7798.JPG.jpg _0029_IMG_7799.JPG.jpg

Vergleicht man das SIGMA 150-500mm mit dem  Canon 55-250mm Objektiv, so liefert das Canon eine relativ konstante Bildqualität über den ganzen Blendenbereich. Im Gegensatzt dazu liefert das SIGMA mit einer “FALSCHEN” Blende schlichtweg unbrauchbare Ergebnisse.

Im letzten Schritt habe ich auch noch den optischen Bildstabilisator bei der CANON (IS) und beim SIGMA (OS) mit Stativ getestet. Beim Canon Objektiv kann zwischen IS-ON und IS-OFF kein Unterschied in der Bildqualität und Bildschärfe erkannt werden. Wird beim SIGMA Objektiv auf OS-Mode 1 oder OS-Mode 2 geschaltet, hört man den optischen Bildstabilisator bereits deutlich arbeiten. Betrachtet man im Anschluss die Testbilder, liefern diese ein schlichtweg schockierendes Ergebniss:

_0063_IMG_7833.JPG.jpg _0064_IMG_7834.JPG.jpg _0065_IMG_7835.JPG.jpg

Zwischen OS-Mode-1 und OS-Mode-2 sind kaum Unterschiede bzgl. der Bildqualität zu erkennen gewesen. Bei geringerer Brennweite wird zwar die Bildschärfe mit eingeschaltetem Bildstabilisator besser, aber aus meiner Sicht ist diese immer noch nicht Akzeptabel gewesen.

Zusammenfassung/ Fazit / Schlussfolgerung:
Das Sigma 150-500mm 5,0-6,3 DG APO OS HSM gibt einem auf Grund der bereits beachtlichen Brennweiter von 500 mm (35 mm Äquivalent: ~800 mm) völlig neue Möglichkeiten. Leider konnte meine Version des Objektives von der Bildschärfe bei Landschaftsaufnahmen überhaupt nicht überzeugen, wodurch ich es wieder zurück geschickt habe. Der Objektivtest zeigte bei der Wahl einer “falschen” Blende, das die Bilder mehr oder weniger unbrauchbar werden, genauso wenn der Bildstabilisator bei großen Brennweiten am Stativ verwendet wird. Bei Bildern die Freihändig gemacht wurden, dürfte der Bildstabilisator seinen Zweck ganz gut erfüllen, wobei leider kein Test bzgl. der Bildschärfe durchgeführt wurde.

Mit einem stolzen Preis von ~800 € ist das Sigma 150-500 mm bestimmt kein Schnäpchen, liegt aber damit immer noch deutlich unter den Preisen von original Canon-Objektiven mit ähnlichen Brennweiten. Als Alternative zu Sigma würde es noch das Tamron Objektiv SP AF 200-500mm 5-6.3 Di LD IF geben, was ~850 € kostet. Welches Objektiv ich mir in Zukunft jetzt doch noch kaufen werde, kann ich nach diesem relativ entäuschendem Test leider noch überhaupt nicht sagen. Womöglich “spare” ich auf die Canon-L Serie und probiere in nächster Zeit “alte” Leica-Objektive von meinemVater mit denen ich auch eine Brennweite von ~360 mm erreiche.

Zusammenfassend kann ich folgende Punkte  zum Sigma 150-500mm 5,0-6,3 DG APO OS HSM als Positiv bzw. Negativ einstufen:
Positiv: Preis, Lieferumfang (Gegenlichtblende, Objektivköcher, usw…), SIGMA 3-Jahresgarantie, Verarbeitung und Handling, “LOCK-Schalter”, schneller und leiser Fokus mit HSM, Brennweitenbereich
Negativ: Bildschärfe/ Bildqualität, Bildstabilisator (OS) (zumindest in Verbindung mit einem Stativ), Lautstärke des Bildstabilisators, Gewicht, Lichtstärke

Falls ihr auch ähnliche, oder deutlich positivere Erfahrungen mit Objektiven in diesem Brennweitenbereich gemacht habt, würde ich mich über einen kurzen Kommentar sehr freuen. Für weitere Fragen stehe ich euch, sofern es mir möglich ist diese zu beantworten, natürlich gernen zur Verfügung.

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10 Responses to Das Objektiv Sigma 150-500mm 5,0-6,3 DG APO OS HSM im Test

  1. Thomas Müller

    Daß das Canon-Objektiv bei Offenblende deutlich besser ist, bedarf keiner Diskussion. Allerdings ist ein Zoom 150-500 grundsätzlich sicher schwieriger (gut) zu bauen als ein Zoom 55-250.
    Wenn man v.a. Landschaften fotografiert, benutzt man wegen der Schärfentiefe kaum je die größte Blende. Insofern wären die Testbilder im mittleren Blendenbereich durchaus (für mich) akzeptabel. (Für Tierfotografen sieht das natürlich ganz anders aus.)
    Daß der Kontrast abfällt im langen Telebereich, sieht man und wurde bereits beim ColorFoto-Test gezeigt.
    Bei völlig geschlossener Blende müssen die Ergebnisse schlechter werden wegen der sich dann deutlich bemerkbar machenden Beugungsunschärfe. Diese ist ein physikalisches Phänomen, das nichts mit der Güte eines Objektivs zu tun hat.
    Daß sich starker Wind an einem langen Rohr (und bei großem Telebereich) viel stärker bemerkbar macht als an einem kürzeren Objektiv, ist leider anscheinend nicht zu umgehen – nach meiner Erfahrung auch nicht durch den Stabilisator, der wohl mehr bei gröberen Wackelfrequenzen greift.

  2. Christian

    Interessanter Test,
    aber wer testet denn bitte einen eingeschalteten OS auf nem Stativ?
    Man kann ich jedem Buch, Forum, Zeitschrift nachlesen, das das grade zu verwackelten Bildern führt, weil der OS versucht was auszugleichen, was nicht da ist.

    Wer es überhaupt windstill, als der Zettel an dem Stuhl klebte?
    Ich will ja nix sagen, aber um solche Faktoren auszuschließen, sollte man solche Tests in Räumen machen.

  3. Bernhard

    Hallo Christian,
    danke für dein Kommentar. Ich muss dir schon recht geben, dass ein eingeschaltetem OS auf einem Stativ nicht gerade ein “Aussagekräftiger” Test ist, aber mir ist keine andere Möglichkeit eingefallen, diesen “reproduzierbar” zu testen.
    Das alles ändert ausserdem nichts daran, dass ich mit der Qualität bei ausgeschaltetem OS auch nicht zufrieden war und meiner Meinung nach das “billige” Canon 55-250 mm einiges bessere, bzw. konstantere Bildqualität liefert.

    Als der Karton (kein Zettel) auf dem Stuhl “klebte” war es absolut Windstill. Natürlich hast du recht das solche Test in Räumen gemacht werden sollten, nur leider habe ich keinen entsprechend großen Raum zur Verfügung gehabt, um die 500 mm Brennweite zu testen.

  4. Wilhelm

    Hallo,
    Test ist okay, die zweite OS-Stufe dient ledigliche dem “Nachziehen” von Objekten … und bei der Schärfe tippe ich auf einen Autfokusfehler, typischer Fehler von Sigma, manche Objektive sind wie Bananen, sie “reifen” beim Kunden, sprich, einsenden zu Sigma, dort wird nachjustiert und passt dann, mit etwas Glück, auch beim ersten Mal.

    Weiter so mit dem Testen, macht Spaß zu lesen :-)

    Gruß – Wilhelm

  5. Bernhard

    Hallo Wilhelm,
    herzlichen Dank für deinen sehr netten Kommentar und die interessanten Hinweise bzgl. Autofokusfehler bei Sigma.
    Leider geht bei solchen Tests enorm viel Zeit drauf, dass ich derzeit zu fast nichts komme. Als nächstes würde ein kleines Review zu Canon S90 anstehen, mit der ich bzgl. Bildqualität größtenteils sehr zufrieden bin, aber die natürlich auch einige “unlogische” Maken hat :(

    Herzliche Grüße
    Bernhard

  6. Kalr

    Naja wenn meine deine Testkriterien so ansieht würde ich mir nicht erlauben so etwas zu veröffentlichen, muss leider schon sagen das dir bei gewissen Dingen anscheinend etwas Grundwissen fehlt, hat ja auch in Kommentar 1 schon eine leichte Andeutung darauf gegeben , aber eben nicht ganz so direkt ausgedrückt wie ich. Habe auch ein Sigma 150-500 an meine Nikon D300 und muss sagen für nur 800,– Euro Top teil , wenn man weiß was man sich dafür erwarten darf und kann, und auch evtl. es auch noch Hand haben kann.

  7. Kalr

    Und noch eine kleine Ergänzung Uli Staiger der für Video2brain Workshops macht erklärt in seinem Video Naturfotografie ganz gut das mit der Beugungsunschärfe, hat aber auf seiner Canon EOS 1 ein original Canon Tele drauf und sagt auch das bei diesem Tele fast nur mit Blende 2,8 die schärfe passt , ab 5,6 merkt man sie schon sehr deutlich, so als hätte die Kamera nicht fast 17Mio sondern nur 6 Mio Auflösung

  8. Bernhard

    Danke Kalr für deine sehr konstruktiven Anmerkungen. Das war einer meiner ersten derartigen Tests und denk ich würde in der Zukunft einiges anders machen. Eventuell werde ich mir im Sommer doch noch einmal dieses Objektiv zulegen, da es leider keine wirklichen alternativen in dieser Preisklasse gibt.
    Wie du schon sagtest, mann muss eben wissen, wie man es richtig Hand haben muss, dann ist es auch ein “gutes” Objektiv.

  9. Ralf C. Kohlrausch

    Moin,

    danke für den Test, besonders die Testtafel-Aufnahmen werden mir helfen, das Szenario nachzustellen und Vergleichsaufnahmen zu bekommen. Die Bemerkungen zur Beugungsunschärfe würde ich gern ein bisschen relativieren. Es gibt zwei Effekte, die gleichzeitig auftreten: Schon beim geringsten Abblenden wird durch die einsetzende Beugung die Bildschärfe verschlechtert. Andererseits sind bei Offenblende Objektivfehler wie Bildfeldwölbung, Chromatische Aberrationen (Farbsäume), Astigmatismus etc. am stärksten. Bei Abblendung werden sie schwächer.

    Deshalb haben fast keine, und seien sie noch so teuer, Objektive bei Offenblende ihre beste Leistung. Die Bildverbesserung durch Abblenden und die Bildverschlechterung durch Abblenden überlagern sich. Am Anfang gewinnt die Abblendung. Nicht umsonst gibt es die Faustregel, für beste Schärfe um zwei Stufen abzublenden.

    Blende 11 als Testblende wird passen. Interessant wäre noch der Vergleich mit Blende 8 und 16, aber dann würde es noch mehr Arbeit.

    Gruß
    Ralf C.

  10. finepixx

    hallo allerseits,
    auch ich habe mir das sigma 150-500 geholt ! ich habe die linse jetzt 2 wochen im dauertest und bin sehr zufrieden ! ich muss dazu sagen,daß ich ein canon ef 100-400 L sowie die fb canon ef 400 5,6 L hatte und somit sehr gute vergleiche zwischen diesen optiken habe ! das sigma steht in sachen abbildungsleistung den canons nicht nach,der autofocus liegt etwa bei 85% ! die hier gezeigten bilder, die mit der linse gemacht worden,sind nicht das,was die linse kann ! da vermute ich,daß es sich um eine “gurke”gehandelt hat !das kann die linse viel besser !
    gruß
    finepixx

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